Hauptseite Kevin Startseite VafK Bremen

Zitiert aus:

Weser-Kurier

19.1.2007

Brandbrief aus der Schutzpolizei
Polizisten beziffern ein Defizit von 193 Stellen / Führung: Das ist lösbar

Von unserer Redakteurin
Rose Gerdts-Schiffler

BREMEN. Der Führungsspitze der Polizei liegt ein brisantes Papier vor: Darin analysiert die Schutzpolizei, wie sich aus ihrer Sicht die größte Reform der Ordnungshüter auf Bürger und das Kriminalitätsgeschehen ausgewirkt hat. Das niederschmetternde Fazit gipfelt darin, dass 193 Beamte fehlen und sich das "Problemklientel teilweise selbst überlassen bleibt".
...
"Die tatsächliche Personalausstattung ist zur Erfüllung der Aufgaben nicht ausreichend", heißt es in Anlage 2. Die Reviere könnten ihre originären Aufgaben nicht gewährleisten. Anlage 1 liest sich noch brisanter. Dort kommt die Schutzpolizei zu dem Ergebnis, dass die Organisation für die Vielzahl ihrer Aufgaben 1010 Stellen benötigt, tatsächlich aber nur 817,5 besetzt sind. Die Differenz: 193,4 Stellen, die heute aktuell bei der Schutzpolizei fehlten. Ein offenes Geheimnis ist, dass auch der Leiter der Bremer Kripo, Holger Münch, Alarm geschlagen hat.
...
Ein Präsidialbericht soll bis März sämtliche Stärken und Schwächen der Polizeireform erfassen und Lösungen formulieren. "Schwierig, aber lösbar", sagte das Führungsduo.

Die Skepsis an der Basis ist dagegen groß, der Frust gewaltig. "Viele Schutzpolizisten haben sich angesichts der Personalknappheit innerlich verabschiedet", erzählt ein Insider. "Die warten oft vergeblich auf Unterstützung für Brennpunkte in den Revieren."

Anmerkung:

Woher kennen wir das denn noch mal gleich? Was nützen Reformen und neue Gesetze, wenn vor Ort der Bevölkerung gegenüber wegen De-Motivation von oben Nichts mehr umgesetzt wird - weder das Alte noch das Neue?

Auf der anderen Seite möchten wir die Polizist/inn/en vor Ort darauf aufmerksam machen, dass das Schicksal des Amtsvormundes von Kevin ähnlich auch in der Polizei möglich ist. Sie als Spezialisten für Ihr Arbeitsgebiet sind verantwortlich dafür, angemessene Arbeitsbedingungen über Personalräte, Öffentlichkeit usw. herzustellen, zur Not eben auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen.

Als Erstes würden wir vorschlagen, jeglichen Personenschutz für Politiker/innen und Behörden achselzuckend einzustellen, weil in den Problemgebieten mehr Leute zu schützen sind, und dort eben häufiger Leute abgestochen werden.

Ohne Zivil-Courage sind Bürgerrechte – auch Ihre und die Ihrer Familien - nicht zu haben!

 Nach Oben