Meilensteine -
Häusliche
Gewalt in Wissenschaft und Politik
| Regierungsprogramm gegen
häusliche Gewalt |
Pressemitteilung
zum Start des Regierungsprogrammes gegen häusliche
Gewalt durch die Bundesregierung im
Dezember 1999. Es wird damit begründet, dass jede 3. Frau Opfer
häuslicher Gewalt sei. |
| Informationsstand
der Bundesregierung |
Stellungnahme
des Familienministeriums ein halbes Jahr nach Start des
Regierungsprogrammes gegen häusliche Gewalt, in dem offiziell
erklärt wird, dass es keine Erkenntnisse über die Zahlen
männlicher oder weiblicher Opfer häuslicher Gewalt gäbe.
Anlass war eine parlamentarische Anfrage der CDU/CSU-Fraktion |
| Fakten zu Opfern häuslicher
Gewalt in Deutschland |
Zusammenfassung
der wichtigsten Ergebnisse der Dunkelfelderforschung zu häuslicher
Gewalt für Deutschland. Die größte Opfergruppe
häuslicher Gewalt sind mit 1,4 Millionen Fällen Kinder. |
| Opferbefragung zu Gewalt
in engen sozialen Beziehungen |
Kernaussagen
der Ergebnisse der Opferbefragung des Kriminologischen
Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN), 1995. Demnach sind
jährlich jeweils über 200.000 Frauen und Männer Opfer
häuslicher Gewalt. |
| Mehr
als hundert Studien zu Partnergewalt |
Referenzen
zu Studien über Gewalt zwischen Frauen und ihren Partnern. Diese Bibliographie umfaßt bisher 130 wissenschaftliche Untersuchungen (104 empierische Studien und 26 Statistiken bzw. Analysen) die zeigen, dass Männer und Frauen in ihren Beziehungen ähnlich oft Opfer von Partnergewalt sind. Den aufgeführten Studien liegen Daten über mehr als 77.000 befragte Personen zugrunde. Die Liste der Studien wird regelmäßig aktualisiert und wächst ständig. |
| Metaanalyse
zu Partnergewaltstudien |
Im
Psychological Bulletin 9/2000 veröffentlichte Metaanalyse von
über 80 Partnergewaltstudien. Ergebnis ist, dass Gewalthandlungen
bei Paaren ähnlich oft von Männern wie von Frauen ausgehen.
Ernste Verletzungen verteilen sich im Verhältnis 3 zu 2 auf Frauen
und Männer. |
| Informationen über
häusliche Gewalt für Abgeordnete |
Informationschreiben
mit einer Zusammenfassung des Standes der Wissenschaft zu
häuslicher Gewalt als Information für Abgeordnete. |
| Stellungnahme des Familienministeriums
zur Sachlage |
Schreiben
des BMFSFJ (Familienministerium) vom 12.7.2000, in der
Forschungsergebnisse zu männlichen Opfern vorsichtig
bestätigt werden. Männliche Opfer werden vom BMFSFJ aber
durch eine Definitionsänderung ausgeklammert: Das
Gewaltschutzgesetz wird nicht auf "Gewalt", sondern auf "Misshandlungen"
bezogen - über misshandelte Männer
gäbe es aber keine Zahlen. Das Familienministerium argumentiert
auch, dass es keine Männer gäbe, die Hilfseinrichtungen
fordern.
Maßnahmen für männliche Opfer sind daher
nicht geplant. |
| Gleichstellung beim Gewaltschutz |
Kommentar
zur Stellungnahme des Familienministerium Es wird eine für beide
Geschlechter gleichermaßen ausgerichtete
Gewaltschutzpolitik gefordert. Kritisiert wird, wie durch die
Differenzierung der Begriffe "Misshandlungen" und "Schwere
Gewalthandlungen" männliche Opfer aus dem Gewaltschutzkonzept
der Bundesregierung ausgeklammert werden. |
| Ausschreibung
des amerikanischen Justizministeriums |
Ausschreibung
der Studie "Context and Consequences of Mutual Intimate Partner Violence" im März 2001 durch das amerikanische Justizministerium zur weiteren Aufklärung der inzwischen vorliegenden Zahlen über die Gleichverteilung ("Gender symmetry") bei weiblichen und männlichen Opfern, die in über 100 Studien festgestellt wurde. |
| Ausschreibung zur
Studie "Gewalt gegen Männer" |
Ausschreibung
der Studie "Gewalt gegen Männer" vom 19.10.2001 durch das
deutsche Familienministerium. Es handelt sich im Unterschied zu der
bereits vergebenen Studie "Gewalt gegen Frauen" erst um eine
Pilotstudie. Männer werder auch hier wieder anders in die
Gewaltprävention eingeordnet. Zitat aus der Auschreibung: "Männer
haben zwar vielfältige Gewalterfahrungen, aber in anderen
Kontexten und mit anderen Folgen als Frauen." |
| Gewalt in der Familie |
Bericht
der Österreichischen Bundesregierung vom November 2001. Er
enthält ein eigenes Kapitel über "Gewalt gegen Männer"
mit einer Übersicht über den internationalen Forschungsstand.
Es wird deutlich gemacht, dass die männlichen Opfer aufgrund
gesellschaftlicher Rollenvorgaben nicht sichtbarer sind und das
Sozialisierungsprozesse Männer daran hindern, sich als Opfer zu
erkennen zu geben. |
| Gewalt in Trennungssituationen |
Auszug
aus Studie des Institutes für Geschlechter und
Generationenforschung an der Universität Bremen. Darin zeigt
sich, dass gerade in Trennungssituationen Handgreiflichkeiten und
Gewalt auftreten, wobei meist Männer die Opfer sind. |
| Gutachten zum
Gewaltschutzgesetz |
Darstellung
des internationalen Forschungsstandes zu häuslicher Gewalt in
einem Gutachten für den Bundestag. Es wird gezeigt, dass das
Gesetz den internationalen Forschungsstand nicht berücksichtigt
und nicht hinreichend präventiv wirkt. Als Endergebnis wird das
Gewaltschutzgesetz in der jetzigen Konzeption abgelehnt. |
| Kindesmisshandlung in Deutschland |
Hochrechnung
des Deutschen Kinderschutzbundes auf der Grundlage von
Dunkelfelduntersuchungen
des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Danach sind
1,4 Millionen
Kinder Opfer von Misshandlungen durch ihre Eltern - Kinder sind also
die
mit Abstand größte Opfergruppe bei häuslicher Gewalt. |
| Kindesmisshandlung nach dem Geschlecht des Täters |
Forschungsergebnisse
aus dem amerikanischen National Child Abuse and Neglect Data System (US-Ministerium für Gesundheit und Sozialdienste) zu betroffenen Kindern und zu Tätern und Täterinnen. Nur in den USA existieren derartig systematisch zusammengetragene Daten zu Kindesmisshandlung. Demnach ist auch diese Gewaltform von Männern und Frauen zu verantworten. Bei sexuellem Missbrauch überwiegen Männer als Täter während es bei körperlicher Gewalt eher Frauen sind. Insgesamt waren die erfassten Täter zu 62 % weiblich und zu 38 % männlich. |
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www.vafk.de/Gewaltschutz Eine Informationsseite des Väteraufbruch für Kinder e.V. Kontakt: gewaltschutz@vafk.de |
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