Pressemitteilung zum Vatertag

Väter-Image im Wandel – Vatertag als offizieller Ehrentag?

Keine Blumen, keine Herzchen-Pralinen, keine im Kindergarten liebevoll gemalten Bilder - an den Vatertag erinnert man sich spätestens dann wieder, wenn man an Christi Himmelfahrt beobachten kann, wie Gruppen von Männern singend und trinkend durch die Landschaft wandern. Im Gepäck: Bollerwagen mit Proviant und reichlich Alkoholika. Männertag wäre wohl der passendere Ausdruck.

Im Gegensatz dazu wird in Amerika sowohl ein Mutter- als auch ein Vatertag gefeiert. Der jedoch macht seinem Namen alle Ehre. 1974 wurde der Vatertag sogar von Präsident Nixon in den Rang eines offiziellen Feiertages erhoben. Jährlich werden von den Amerikanern etwa 95 Millionen Grußkarten verschickt, es gibt Vatertags-Puzzles, Vatertags-Videos oder Anleitungen für „kleine Hände, ein Vatertags-Schatzkästchen herzustellen“ und, und, und... Selbst im fernen Thailand gibt es den Vatertag als offiziellen Feiertag. Deutschland?

Es scheint, als würden Väter in Deutschland nicht den offiziellen Stellenwert haben, den sie in anderen Kulturkreisen erfahren. Dabei ist längst ein gesellschaftlicher Wandel zu beobachten – Väter wollen mehr Zeit für ihre Kinder. „Vielerorts werden Vater-Kinder-Feste angeboten, Väter nehmen sich bewusst viel Zeit für ihre Sprösslinge, fahren Fahrrad, gehen mit ihren Kindern angeln oder bauen mit ihnen Baumhäuser“, so Dietmar Nikolai Webel vom bundesweiten Verein Väteraufbruch für Kinder. „Es hat ein Wandel stattgefunden im Selbstbild der Väter. Sie wollen am Leben ihrer Kinder aktiv teilhaben, Sorgen und Nöte mit ihnen teilen und Verantwortung tragen.“ Dem stünden aber oft die beruflichen Erfordernisse entgegen.

Oder, wie es bei vielen Vätern und auch Müttern, die sich im „Väteraufbruch für Kinder e.V. “ engagieren der Fall ist, dass sie gern ihre Kinder sehen möchten, aber es ihnen unverschuldet, durch Trennung und Scheidung bedingt, verwehrt wird. „Diese Eltern wollen mit ihren Kindern Zeit verbringen, sie spüren, mit ihnen lachen oder mit ihnen spielen,“ erklärt Webel, „aber sie dürfen nicht“.

Webel plädiert dafür, den stattgefundenen gesellschaftlich Wandel auch von offizieller Seite zu honorieren. „Was spricht dagegen, den Vatertag zum offiziellen Ehrentag zu erheben?“ fragt das Bundesvorstandsmitglied Webel und schmunzelt: “Es muss ja nicht gleich ein gesetzlicher Feiertag draus werden.“ Eine symbolische Geste wäre es allemal. Damit Blumen, Herzchen-Pralinen und im Kindergarten liebevoll gemalte Bilder am Vatertag in Deutschland zu einer Selbstverständlichkeit werden können.