Pressemitteilung von pro-Test.net - Das
Netzwerk pro Vaterschaftstests
Stellungnahme
anlässlich der Bundestagsdebatte vom 11.03.05 zum Thema Vaterschaftstests
„Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einem
Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist.“
Frank Thies, dt. Schriftsteller, 1896-1977
Vorurteile auf breiter Linie – Leibliche Vaterschaft keinen Pfifferling wert
Mit großem Interesse hat die Initiative „pro-Test.net“ die kürzlich
stattgefundene Bundestagsdebatte zu Vaterschaftstests verfolgt. Dabei stießen
die Äußerungen der bündnisgrünen Schewe-Gerigk auf Unverständnis. „Wenn sie
davon spricht , dass Väter keinen Unterhalt zahlen und dass dies den Staat
belasten würde,“ zeigt sich Wolfgang Wenger tief enttäuscht, „sie anderseits
jedoch verschweigt, dass ein Großteil dieser Väter aufgrund von
Arbeitslosigkeit, schlechtem Verdienst oder erheblichen steuerlichen Nachteilen
einfach nicht zahlen kann, zeugt dies von großer Unkenntnis der gegenwärtigen
Situation in Deutschland.“ Ähnliches Unverständnis über die Lage der betroffenen
Männer zeigt Frau Zypries. Sie weist zwar zurecht darauf hin, dass der
Vaterschaftstest in den meisten Fällen ergibt, dass der mutmaßliche Vater
wirklich der Vater ist. Ihre Aussage, der Test wäre damit "sinnlos" gewesen,
weil er die Vaterschaft bestätigte, zeigt aber, dass sie den Sinn der Tests
nicht verstanden hat. Es geht nicht darum zu beweisen, dass man nicht der Vater
ist, sondern in Erfahrung zu bringen, ob man der Vater ist. Somit ist ein
Vaterschaftstests immer sinnvoll. Beide Politikerinnen zeigen hier eine
Einstellung betroffenen Männern gegenüber, die das Zustandekommen eines solchen
Gesetzesvorschlags gut erklärt.
Verbesserungswürdig ist der FDP-Vorschlag, Verfahrenspfleger für die Kinder
einzusetzen. „Aber hier soll ein Verfahren aufgebauscht werden, welches ganz
einfach zu lösen wäre. Statt Verfahrenspfleger wäre eine Beratung für betroffene
Väter, Mütter und Kinder angesagt, ähnlich der Schwangerenkonfliktberatung,“
schlägt Wenger vor. „hier allerdings ohne Zwang.“ Und er weist darauf hin, dass
sich speziell in dieser Thematik männliche Berater bewähren würden, denn
„schließlich handelt es sich meist um männliche Klienten und hier ist
entsprechendes geschlechtsspezifisches Fingerspitzengefühl gefragt.“
Die Initiative pro-Test.net zeigt sich tief enttäuscht über das Niveau der
Bundestagsdebatte, denn eines wurde ganz klar: Der Wert eines Vaters wird nach
wie vor an seinem Versorgungspotential gemessen. Wolfgang Wenger entsetzt: „Die
leibliche Vaterschaft scheint manchen Bundestagsabgeordneten nicht einen
Pfifferling wert zu sein. Käme es aber auf die leibliche Vaterschaft überhaupt
nicht an“, so der Sozialpädagoge, „dann dürfte es folgerichtig auch nicht auf
die leibliche Mutterschaft ankommen.“
Bestrafung von heimlichen Tests ablehnen – Vaterschaftstests gleich nach der
Geburt?
Es muss ein anerkanntes Recht von Männern sein, ihre Vaterschaft zu klären. Die
Beziehung zum Kind muss auf Wahrheit und nicht auf Mutmaßungen gegründet sein.
Eine Bestrafung von heimlichen Tests ist daher konsequent abzulehnen. Das bisher
noch geltende Verfahrensrecht zur Vaterschaftsbestimmung ist zu teuer, zu
langwierig und für die Beziehung zu belastend. Daher wird es nicht gelingen, so
genannte heimliche Tests zu verhindern. „Anstatt umständliche juristische
Verfahren zu fördern, sollten unkomplizierte Privat-Tests an Regeln und
Voraussetzungen geknüpft werden,“ fordert Wenger.
Der Bundestagsabgeordneter Dr. Jürgen Gehb erkannte zurecht, dass nach einer
Möglichkeit gesucht werden müsse, die die Beziehungen am wenigsten belastet
(auch während einer Scheidung) und dass diese Möglichkeit oft in einem
heimlichen Test bestünde. „Wir können dem CDU/CSU-Abgeordneten nur unterstützen,
wenn er Bedingungen für Privat-Tests schaffen möchte, die es betroffenen Männern
und Frauen ersparen, ins Ausland zu gehen,“ so Wenger.
Auf großes Interesse von pro-Test.net stieß auch der Vorschlag des
SPD-Abgeordneten Christoph Strässer. Dabei soll der Vaterschaftstest zwei Stufen
beinhalten: Ein Anspruch auf Durchführung eines Privat-Tests einerseits und eine
Erleichterung beim gerichtlichen Test andererseits. Abzulehnen sei indessen eine
Informationspflicht der Mutter oder des mutmaßlichen Vaters, wenn der Test von
der Mutter in Auftrag gegeben werden würde.
Die Väterinitiative appelliert an die Politiker: „Es wäre mehr als eine
Überlegung wert, die Vaterschaft gleich nach der Geburt feststellen zu lassen,“
meint Wenger und verweist auf die vielen wichtigen Untersuchungen, die bei einem
Kind kurz nach der Geburt gemacht werden. „Das würde Klarheit und Sicherheit
schaffen, um später schmerzhaftere, böse Überraschungen zu vermeiden. Den
Kindern zuliebe.“
Ansprechpartner:
Dipl.Soz-päd. (FH) Wolfgang Wenger
Schwaigerweg 1, 85625 Baiern, 0700 62589333, webmaster@pro-Test.net
Im Namen von:
www.pro-Test.net – Das Netzwerk pro Vaterschaftstests
www.majuze.de – Männer- und Jungenzentrale in Rosenheim
Fachressort „Vaterschaftstests“ beim „Väteraufbruch für Kinder e.V.“ www.vafk.de
und Kreisgruppe Augsburg/Schwaben
www.MANNdat.de – Geschlechterpolitische Initiative e.V.
Dr. Berndt Goossens u.a.
Forderungen von pro-Test.net: