Pressemitteilung
Vaterlose Gesellschaft
verhindern
Manndat e.V. fordert zum Vatertag: konsequente Gleichstellung von Vätern und
Müttern
Stuttgart 01.05.2005 – Am 5. Mai ist Vatertag. Aus diesem Anlass fordert die
Bürgerrechtsbewegung MANNdat e.V. endlich gleiche Rechte für Mütter und Väter
und deshalb die Aufnahme auch der Väter in den Wortlaut des Artikels 6.4 des
Grundgesetzes, der bisher nur Müttern den „Anspruch auf den Schutz und die
Fürsorge der Gemeinschaft“ zubilligt. Dies ist so nicht mehr zeitgemäß und
widerspricht dem Artikel 3.2 demzufolge Männer und Frauen vor dem Gesetz
gleichberechtigt sind. „Es kann nicht sein, dass einerseits Väter stärker in
Erziehungspflichten eingebunden werden sollen, ihnen andererseits aber gleiche
Rechte vorenthalten werden. Kinder brauchen beide Eltern gleichermaßen. Der
öffentlichen Mütterförderung ist daher eine gleichwertige Väterförderung
gegenüberzustellen“, so MANNdat.
Dringend erforderlich ist in diesem Zusammenhang auch die Revision des seit
Jahren in der Öffentlichkeit offenbar gezielt überzeichneten Bildes vom Vater
als Monster und alleinverantwortlicher Übeltäter in den Familien. In diesem
Zusammenhang steht auch der Versuch Väter zu kriminalisieren, die durch
selbstbestimmte Vaterschaftstests legitimer weise versuchen, sich ohne Unruhe in
ihre Familien zu bringen Gewissheit über ihre leiblichen Kinder zu verschaffen.
Hohe Scheidungsquoten und eine Familienrechtssprechung, die an einem längst
überholten Rollenverständnis und Mutterbild orientiert ist, haben dazu
beigetragen, dass viele Väter in unserer Gesellschaft de facto zu Samenspendern
und Zahlmeistern degradiert wurden
MANNdat: „Wir fordern, dass mit der Kindschaftsrechtreform von 1998 endlich
ernst gemacht wird und das gemeinsame Sorgerecht zum Regelfall auch in der
Ausübungspraxis wird. Wir brauchen eine mutigere Familienrechtsprechung, die
endlich den Boykott des Umgangs zwischen Scheidungsvätern und ihren Kindern
nicht nur unter Strafe stellt, sondern die vorgesehenen Strafen auch anwendet.
Nichteheliche Väter sind ehelichen unbedingt gleichzustellen, und zwar nicht nur
in ihren Pflichten sondern auch in ihren Rechten. Wir fordern dass endlich der
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte entsprochen wird,
der seit Jahren die einseitige Rechtsprechung deutscher Gerichte gegen
unverheiratete Väter kritisiert.“
Wir lesen zwar jeden Tag, dass 40% aller Akademikerinnen kinderlos sind.
Dass aber sogar 51% männliche Akademiker kinderlos sind, wird meist
verschwiegen. Warum wohl? Bei einer Scheidungsrate von 60% und dem Wissen um die
Schlechterstellung im Sorgerechtsstreit trübt sich die Hoffnung angehender Väter
auf eine glückliche Zukunft mit Kindern vollends. Dass deshalb immer weniger
Männer aktive Väter oder überhaupt Väter werden ollen - wenn wundert´s?
i.A. Dr. B. Köhler
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