Pressemitteilung

 

Für Änderung im Familienrecht

 

Knapp 300 Väter, Mütter und Großeltern aus allen Teilen Deutschlands demonstrierten am Samstag in Berlin für Änderungen im Familienrecht nach einer Trennung oder Scheidung.

 

Zum Protest aufgerufen hatte der Verband „Väteraufbruch für Kinder e.V.“ Im Jahr 2003 ließen sich über 214.000 Paare in Deutschland scheiden, davon waren 170.000 Kinder betroffen. Ein Großteil von ihnen verliert schnell den Kontakt meistens zu ihren Vätern, mittlerweile wächst auch die Zahl der Mütter, die ihre Kinder nicht mehr sehen können. „Das menschliche Leid, was sich hinter diesen Kontaktabbrüchen verbirgt, ist für viele gar nicht vorstellbar. Mehr und mehr Großeltern beklagen ebenso den Verlust ihrer Enkel“, so Vorstandsmitglied Dietmar Nikolai Webel. Möglich macht dies nach Ansicht des Väteraufbruches die deutsche Rechtsprechung. „Wir fordern für die Kinder das gleiche Recht auf beide Elternteile ein,“ erklärte Webel. „Schluss mit Umgangsboykotten, Schluss mit Gesetzen auf Papier, die in der Praxis nicht umgesetzt werden.“

 

Er kritisierte aufs Schärfste die Familienpolitik von Ministerin Renate Schmidt. Vor dem Gebäude des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beklagten die überwiegend männlichen Demonstranten, dass Renate Schmidt während ihrer Amtszeit nie für einen Väterverein zu sprechen war und nie Ohren für die Sorgen und Nöte von Vätern hatte. Webel erinnerte unter großem Beifall an die Worte von Bundespräsident Köhler: „Die Kindererziehung ist nicht Frauensache, sondern Elternsache.“

Auf der Abschlusskundgebung am Berliner Gendarmenmarkt beklagte Marianne Heß von der Großelterninitiative, dass Omas und Opas ihre Enkel auch nicht mehr sehen können.  „Die Verzweiflung von einer steigenden Anzahl von Großeltern, Vätern, Müttern und Kindern, die unfreiwillig voneinander getrennt werden, kann nicht unkommentiert stehen bleiben.“, rief sie der Menge zu und forderte dazu auf „keine Vogel Strauss Politik zu betreiben, nicht in Trägheit zu verharren und nach althergebrachten verkrusteten Strukturen zu urteilen, sondern sich intensiv mit diesem Leid besetzten Thema auseinander zu setzen und neue Wege zu suchen.

Armin Emrich von pappa.com plädierte für die Abschaffung des alleinigen Sorgerechtes. Als ehemaliges Mitglied von Bündnis90/Die Grünen ging er mit seinen ehemaligen Parteigenossen scharf ins Gericht: „Wehe dem, man hätte sich nur einem Wurzelteil eines Baumes genähert. Der Protest wäre groß gewesen. Unseren Kindern aber dürfen ihre Wurzeln abgehackt werden.“

Die Folgen solch fehlender Wurzeln schilderte Franz Anthöfer, der als Besatzungskind zur Welt kam und sein ganzes Leben lang nach seinem amerikanischen Vater suchte und ihn fand – vier Wochen nach dessen Tod. Bis heute kämpft Anthöfer mit amerikanischen Behörden um die offizielle Anerkennung.

Bernd Wacker von terre des hommes betonte, dass die Babyklappe und die anonymen Geburten eine Pesonenstandsfälschung darstellen und damit den Kindern ihre Identität raubt. Den Kindern wird es zukünftig unmöglich sein, ihre leibliche Herkunft zu ermitteln.