Offener Brief an die Redaktion Arte

Geehrte Frau Redakteurin,
es ist erfreulich, daß sich Ihr Sender in letzter Zeit des öfteren der Problematik von Trennungskindern und Trennungseltern widmet. In diesem Zusammenhang sollte wohl auch die am 22.3. ausgestrahlte zweistündige Sendung mit dem Titel „Wenn Väter sich rächen“ zu interpretieren sein. Was Sie dort gezeigt haben, war jedoch eine tiefe Beleidigung für alle diejenigen Väter, die sich mit Fug und Recht zu den sog. neuen Vätern rechnen können, die aber gar nicht oder nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit haben, ihre Vaterrolle zur Geltung kommen zu lassen, weil Sie von der Mutter des Kindes (neben anderen „Faktoren“) daran gehindert werden. Ihre Sendung war zugleich eine Diffamierung der Väterbewegung an sich, indem Sie sich und den Zuschauern anhand einiger gut zurechtgelegter Extremfälle ein negatives Bild von allen Trennungsvätern und den Organisationen, welche diese mühsam aufbauen, vorgesetzt haben. Insbesondere gilt dies für den Väteraufbruch für Kinder. Dieser ist keine „Männerbewegung“, und schon gar nicht eine „maskulinistische“ (eine Vokabel, die, so scheint’s, zum ersten Mal die von Ihnen bemühten frankophonen „Experten“ benutzt haben), und das Attribut für Kinder wird im Väteraufbruch sehr ernst genommen. Ihn auf dem Hintergrund randalierender und frauenverachtender Machos oder Erzkonservativer darzustellen, die sich über ihre Kinder nur an ihren Ex-Partnerinnen rächen wollen, ist ein Hohn, der seines gleichen sucht und viel über Ihre Gesinnung sowie die Gesinnung derer ausdrückt, die bei Ihnen im Studio saßen.

Um auf einer sachlichen Ebene zu bleiben, schauen wir uns einmal an, was Sie und Ihre Mitstreiter im Studio und in den Reportagen behauptet haben. Schon in der Programmvorschau stand, der Themenabend wende sich „gegen die landläufige Auffassung, dass Rechtsprechung und Gesellschaft Männer bei Scheidung oder Trennung benachteiligen“. Außerdem war in der Sendung mehrmals von einer „Männerbewegung einiger weniger“, die sich „gut vernetzt“ hätten, die Rede (und entsprechend wurden diese Personen dann durchweg, wo es sich arrangieren ließ, vor dem Hintergrund ihrer offenbar ans Internet angeschlossenen PCs gefilmt). Pardon, auf welche „landläufige“ Auffassung berufen Sie sich? Es kann sich auf dem Hintergrund eines Meeres an sog. Frauenliteratur allenfalls um einige wenige Publikationen handeln, welche bislang in der gesellschaftspolitischen Diskussion vernachlässigt werden. Und im Volksmund kann sich eine Auffassung zum Thema Trennungs-Vaterschaft nur dadurch herausbilden, daß im privaten Umfeld der vielen Ex-Paare und Kinder, die inzwischen in alleinerziehenden Haushalten aufwachsen, sich die Aufmerksamkeit auf die Frage richtet, wo die Väter der Kinder geblieben sind, welche bei ihren Müttern verbleiben (in über 80% der Fälle bei 3 Mio. Alleinerziehenden in ganz Deutschland). Bleiben diese Väter alle freiwillig von ihren Kindern fern? Sind sie so oft gewalttätig und rachsüchtig, wie Ihre Reportagen dies Glauben machen wollen?

Zugestanden, Sie haben am Anfang in einem Nebensatz angemerkt, daß Sie in der Sendung das Verhalten einer Minderheit von (schlechten) Vätern zeigen wollen. Doch wer später eingeschaltet hat, hat diese Einschränkung nicht mitbekommen, und die Reportagen und Gespräche im Studio verliefen dann in einem Duktus, der auf die Aussage hinauslief, daß jeder, der sich für die Rechte des Kindes auf seinen Vater und für die Belange von Vätern stark machen will und sich deshalb zu organisieren sucht, ein retrograder Frauenhasser sei, dem die Kinder an sich gleichgültig seien und der lediglich die Mißachtung seines maskulinen Egos rekompensieren wolle.

In der Programmvorschau hieß es weiter, die Beiträge „berichten von der offensiven Lobbyarbeit selbsternannter "Männerrechtler"“. Hoppla, waren nicht die Frauenrechtlerinnen vor ein paar Jahrzehnten auch selbsternannt? Sollte man deshalb als Mann lächerlich gemacht werden, weil man für sich als Vater und seine Kinder einsteht und deshalb einmal lautstärker wird (wie Feministinnen auch), um sich endlich einmal Gehör zu verschaffen? Wo ist hier die Gleichberechtigung? Und wo ist die erfolgreiche Lobby, von der Sie sprachen? Wenn es sie gäbe, würden hierzulande nicht Gesetze beschlossen werden wie das Verbot anonymer Vaterschaftstests, stünde es um Vorsorge-Untersuchungen zu typischen Männerkrankheiten um einiges besser, gäbe es einen Männer-Gesundheitsbericht (alles Dinge, die für Frauen seit langem existieren), und schließlich wäre auch das Eherecht von 1977 schon revidiert, um es an die Realität, in der die Ehe für viele nur ein vorübergehendes Mißverständnis und allenfalls ein zvilrechtliches Auslaufmodell darstellt, anzupassen. Ebenso wären uneheliche Kinder ehelichen gleichgestellt, was das Recht auf die reale Präsenz des Vaters und seine Obhut anbelangt.+++

Was wissen Sie davon, wie Männer als Väter fühlen und wie sie ihre Rolle definieren? Fast nichts? Eben. Und was wissen Sie davon, wie Kinder die Abwesenheit ihres Vaters, als zweiter primärer Bezugsperson, erleben? Ebenso wenig? Für diese Unkenntnis bräuchten Sie sich nicht zu schämen (Sie müßten sie allerdings auch eingestehen!). Denn generell ist über die Vater-Kind-Beziehung im Vergleich zur Mutter-Kind-Beziehung sehr wenig bekannt, und das liegt an einem weiteren Ungleichgewicht, nämlich daran, daß Väterforschung eine sehr junge Disziplin ist, während über die Rolle der Frau als Mutter und ihre Beziehung zum Kind bereits seit nunmehr 200 Jahren unendlich viel geforscht wurde. Die Äußerung Ihres „Experten“ im Studio, der es als ausreichend ansah, wenn der Vater in der Hauptsache „symbolisch“ (aber nicht in Fleisch und Blut) für das Kind vorhanden sei, ist platt und allemal überholt; dazu braucht man nur neuere Forschungsergebnisse aus der Psychoanalyse, aus psychiatrischen Langzeitstudien, aus der Kulturanthropologie und einigen anderen Disziplinen heranzuziehen. Diese Ergebnisse konvergieren inzwischen zu dem Fazit, daß Kinder unter der Abwesenheit ihrer Väter leiden und daß auch Vätern die Behinderung ihrer Vaterrolle seelisch sehr zusetzt. An diesem seriös erstellten Bild ändern auch extreme Abweichungen abnormen Vater- und Ex-Partnerverhaltens, wie sie in Ihrer Sendung mit gezieltem Nachdruck hervorgehoben wurden, nichts.

Warum also haben Sie nicht zum Beispiel die Väter gefragt, die Mitglieder im Väteraufbruch für Kinder sind? Und zwar Mitglieder nicht deshalb, um Ex-Partnerinnen zu maltretieren oder um auf Parlamentsabgeordnete mit Farbe gefüllte Kondome zu werfen, sondern um erst einmal einen Halt zu finden und sich darüber auszutauschen, wie man (im wahrsten Sinne: Mann) es im individuellen Fall anstellt, den Kontakt zu den eigenen Kindern wiederherzustellen bzw. zu sichern. Sodann bietet der Väteraufbruch für Kinder die Gelegenheit, um Foren zu bilden, innerhalb derer es möglich ist, sich darüber Gedanken zu machen, woran es liegt, daß infolge einer Trennung der Eltern in Deutschland jährlich ca. 85.000 Kinder vaterlos werden und derzeit ca. 1,5 Mio. Minderjährige ihren Vater nicht mehr zu sehen bekommen.

Der Duktus Ihrer Sendung war höchst tendenziös, weil er nämlich darauf hinauslief, den Grundsatz des gemeinsamen Sorgerechts zu torpedieren, indem Extremfälle gezeigt wurden, die (wieder einmal) Männer pauschal zu Tätern stempeln und Frauen als hilflose Opfer darstellen. Ja, es gibt solche Fälle. Aber es gibt genauso die Fälle, in der die Konstellation genau umgekehrt ist. Derartige Extremfälle werden im Väteraufbruch für Kinder genauso mißbilligt, wie es in einer zivilisierten Gesellschaft auch sonst zu erwarten ist. Mord und Totschlag gehören strafrechtlich verfolgt und nicht zu Zielen eines billigen Geschlechterkampfes oder persönlicher Phobien mißbraucht. Die Wurzeln des Geschlechterkampfes liegen ganz woanders. Wenn man ihm schon nachgehen will, dann sollte man (und frau) sich um die breite Masse der Fälle bemühen und diese in abgewogenen Proportionen darstellen. Dann bedürfte es dazu nicht voreingenommener Sozialarbeiter und Psychiater, sondern im Studio hätten dann die zum Thema Gewalt und Trennungsdramen befragt werden können, die sich mit dieser Materie objektiv auseinandergesetzt haben. Es gibt in Deutschland seriöse Soziologen, Kriminologen und Psychologen, deren Forschungsergebnisse eine andere Sprache sprechen als die, in welche Ihre „Gäste“ im Studio verfallen sind. Warum haben Sie sich gescheut, diese einzuladen? Und warum haben Sie die Eingeladenen so pauschal über diejenigen tatsächlich Betroffenen reden lassen, die bei Ihnen nicht zu Worte gekommen sind?

Warum haben Sie sich gescheut, Väter einzuladen, denen es um ihre Kinder geht und die als Männer väterliche Gefühle haben, und die gerade deshalb im Väteraufbruch für Kinder mitwirken? Die Interviews mit Dietmar Webel und einigen anderen Repräsentanten der Väterbewegung sind zurechtgeschnitten worden. So fehlten darin wesentliche Aussagen wie z.B. diejenige, daß die Väterbewegung dort steht, wo sich die Frauenbewegung Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre befand. Daneben wurden nur Männer anonym dargestellt, die – aus welchen Gründen auch immer – entgleisen; eine Stunde lang wurden liebevoll sorgende junge Mütter gezeigt, denen schon daran läge, dem Vater das Kind nicht vorzuenthalten, wo der Vater sich aber nicht entsprechend verhält, in einigen Fällen sogar das Kind umbringt oder die Ex-Partnerin in Rechtsstreite verwickelt. Was halten Sie von Fällen, in denen der Vater nach langen Jahren fruchtloser Bemühungen, auf dem Rechtswege Kontakt zu seiner Tochter herbeizuführen, aus Verzweiflung sich selbst eine Plastiktüte überstülpt und daran erstickt? Was halten sie von den Verfahren, in denen Väter keine andere Möglichkeit mehr haben, als sog. Umgang anordnen zu lassen und die sich dabei oft von den sog. Trennungsbegleitern allein gelassen sehen? Wollen wir das alles gegeneinander aufrechnen (sozusagen Zahn um Zahn?), um dann darüber die Kinder und ihr Recht auf beide Eltern zu vergessen?

Kurzum: die Auswahlprinzipien, nach denen Sie Vertreter der Väterbewegung und „Fachleute“ befragt haben, und die Art und Weise, in der sie befragt wurden und (nicht) zu Worte kamen, zeugen von schlechtem Journalismus. Wenn Sie schon meinen, das Thema vermarkten zu müssen, und angekündigt haben, es werde „auch der andere Standpunkt“ dargestellt, dann wäre nun zu erwarten, daß in jener anderen Sendung auch der Väteraufbruch für Kinder und vergleichbare Vereinigungen im Laufe einer Stunde von seiner wahren Seite zu Worte kommen, am besten gleich im Studio. Zu erwarten wäre auch, daß Sie Extremfälle von der anderen Seite zeigen, in der Mütter den sog. Umgang boykottieren und die Kinder gegen den Vater manipulieren oder auch in der Männer von vornherein nur als Samenspender, die am Ende die „Zeche“ zahlen, benutzt werden (ja, all das gibt es!). Und es wäre als Ausgleich zu erwarten, daß Sie eine einstündige Reportage über ausgewählte Väter vorbereiten, die sich jahrelang vergebens bemühen, einen realen Kontakt zu ihren Kindern zu bekommen, und die sich ansonsten beruflich abrackern, um nicht materiell und psychisch vor die Hunde zu gehen (und um ganz nebenbei die „Zeche“ zu bezahlen). Das wäre nämlich das Pendant zu dem, was Sie am 22.3. gezeigt haben; und nur das kann es sein, wenn Sie ankündigen, auch „die Gegenseite“ zeigen zu wollen.

Wäre es indes nicht viel besser, sich auf Fälle zu konzentrieren, in denen das Prinzip der gemeinsamen Sorge – nach freilich anfänglichen Schwierigkeiten – zu funktionieren beginnt? Auch diese Fälle sind, Gott sei Dank, nicht so selten. Es wäre für die Kinder mehr getan, und man verfiele nicht in billigen feministischen Populismus oder sein angebliches Gegenstück, den „Maskulinismus“. So aber sind Sie zunächst einmal in einer moralischen Bringschuld gegenüber denen, die die von Ihren „Gästen“ und „Experten“ zurechtgelegte pauschale Titulierung als „erzkonservativer, rachsüchtiger Macho“ nicht verdient haben und denen trotz dieser Verunglimpfung weiterhin das Wohl ihrer Kinder und die Realisierung des gemeinsamen Sorgerechts am Herzen liegen werden.

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Noch etwas zu meiner Person. Der Umstand, daß ich diesen Brief unter einem Pseudonym verfasse, zeugt von einer Schieflage im gesellschaftlichen Diskurs. Ich bin selbst Trennungsvater und Mitglied im Väteraufbruch für Kinder, kann aber meine Identität hier nicht preisgeben, da ich zugleich in einem Sektor des öffentlichen Dienstes berufstätig bin, in welchem viele Kollegen und „Frauenrechtler vom Amt“ ziemlich genau darauf achten, daß die von Frauenräten und „Gleichstellungsbeauftragten“ behütete Doktrin im geschlechtsspezifischen Sprachgebrauch eingehalten wird, und die sich anmaßen festzulegen, was als „frauenfeindliche Äußerung“ gilt. Alles, was einem einseitig festgelegten Definitionsrahmen in diesem Sinne nicht entspricht, kann in diesem Sektor leicht dazu führen, die beruflichen Perspektiven sang- und klanglos zu beenden. Dem Risiko einer solchen Stigmatisierung mit ihren spürbaren sozialen und materiellen Folgen kann ich mich schon deshalb nicht aussetzen, weil ich für die Sicherung der Existenz meines Kindes mitverantwortlich bin.

Solange ich also einen ausgewogenen Dialog bei der Behandlung von Fragen, die im Zusammenhang mit einer gelebten Elternschaft trotz Trennung und der (leider) damit verbundenen Hintergründe einer geschlechtsspezifischen Ideologie stehen, nicht erkennen kann, wird ein offener Dialog, bei dem man sich als Mann sicher fühlen kann, nicht möglich sein. So wie mir ergeht es vielen Vätern – und zum Teil auch Müttern, die sich aus Gründen der eigenen Existenzsicherung und der ihrer Kinder nicht trauen, offen vor die Kamera zu treten und Texte mit eigenem Namen zu unterschreiben, wenn sie nichts weiter als die Wahrheit sagen oder ihre Wahrnehmung kundtun wollen. Es liegt u.a. an Ihnen, den Journalisten, dafür zu sorgen, daß ein Gleichgewicht in der Behandlung von Vater- und Mutter-Problemen sowie überhaupt ein Dialog bei geschlechtsspezifischen Fragen erreicht wird.

Etwas stimmt nicht, wenn für das Massenphänomen der Vaterlosigkeit (in Deutschland leiden schätzungsweise 4 Mio. Menschen, Kinder wie Erwachsene, unter einem Vatermanko) in erster Linie Männer verantwortlich gemacht werden sollen, die angeblich nichts Besseres zu tun haben, als Ex-Partnerinnen nachzustellen und ihre Kinder zu vernachlässigen. Etwas stimmt nicht, wenn Männer dafür belächelt oder beleidigt werden, wenn sie nicht im Sinne einer frauenorientierten Ideologie „spuren“ und stattdessen ein Gegengewicht schaffen wollen, indem sie sich organisieren. Etwas stimmt nicht, wenn sie sich wegen dieser Einstellung und ihres Einsatzes für ihre Kinder verstecken müssen, u.a. weil sie sonst befürchten müssen, beruflichen und sozialen Schaden zu nehmen. Wo kommen wir hin, wenn wir weiterhin die in einem Vatermanko tickende soziale Zeitbombe kleinreden, anstatt uns ernsthaft um das Wohlergehen der aufwachsenden Generation zu kümmern? Wo kommen wir hin, wenn wir uns weiterhin in einem Geschlechter(klein)krieg bekämpfen und wenn Männer sich von denen, die einst Rechte für Frauen erkämpft haben, jetzt den Mund verbieten, sich verunglimpfen und lächerlich machen lassen?

Ihre Sendung war symptomatisch: man (hier wohl eher: frau) würde nicht das Ausmaß einer angeblich „erfolgreichen Männer-Lobby“ zum Anlaß nehmen, um tendenziöse Reportagen über sie zu drehen und alle „Männerrechtler“ über einen Kamm der ewig gestrigen Machos zu kämmen, wenn nicht tatsächlich schon ein wenig Gegenwind gegen einen feministisch dominierten gesellschaftlichen Diskurs aufgekommen wäre. Madame, fürchten Sie (und Ihresgleichen), daß Ihnen die Felle wegschwimmen? Wollen Sie deshalb verhindern, daß Väter sich zusammentun, um etwas zu unternehmen, damit es irgendwann einmal Kindern (den zukünftigen Eltern einer weiteren Generation) möglich sein würde, weniger unter den Folgen von Trennungen zu leiden? Zu diesem Ziel tun sich übrigens Trennungsväter und Trennungsmütter zum Teil zusammen, und zwar nicht zuletzt im Rahmen der Dialog suchenden Tätigkeit unter Mitgliedern des von Ihnen stark verzerrt dargestellten Väteraufbruchs für Kinder.

Wilhelm Bernhard
25. März 2005