Dr. Wilfrid von Boch-Galhau:
Das Parental Alienation Syndrom,


das Wohl und die Interessenvertretung des Kindes

I. Vorstellung und Begrüßung:
Dr. med. Wilfrid von Boch, Facharzt für psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie.
Besonderes Interesse am Thema: Durch die therapeutische Arbeit mit erwachsenen Scheidungskindern, bei denen sich die PAS-Problematik als wesentlicher Hintergrund schwerer psychischer und psychosomatischer Probleme im Erwachsenenalter entpuppte.
II. Einführung in den Begriff des PAS
Ich spreche heute über das Parental Alienation Syndrom, kurz PAS, einen sehr speziellen Bereich bei Umgangsproblemen.
Natürlich gibt es auch andere Ursachen für Umgangs- und Kontaktverweigerungen eines Kindes nach Trennung und Scheidung. Diese müssen im einzelnen sehr genau untersucht, identifiziert und angegangen werden. Hierüber spreche ich heute Abend jedoch nicht.
PAS heißt so viel wie "Eltern-Kind-Entfremdungs-Syndrom" oder "Eltern-Feindbild-Syndrom", das durch Manipulation oder Programmierung durch einen Elternteil erzeugt wird. PAS bedeutet die unbegründete, kompromißlose Zuwendung eines Kindes zu einem, dem "guten", geliebten Elternteil, mit dem es zusammenlebt und die ebenso kompromißlose, feindselige Abwendung vom anderen, dem angeblich "bösen und verhaßten" Elternteil, mit dem es nicht mehr zusammenlebt, - dies im Kontext von Sorgerechts- und Umgangskonflikten der Eltern bei Trennung und Scheidung.
Dabei setzt der entfremdende Elternteil das Kind unter Mißbrauch seiner meist uneingeschränkten Einfluß- und Verfügungsmacht - bewußt oder unbewußt - einer Beeinflussung aus (bei Gardner 1992, S. 83 ff als "Brainwashing" - "Gehirnwäsche" bezeichnet), die vom anderen Elternteil ein negatives Fremdbild und eine Minderachtung erzeugt. Mangels noch nicht entwickelter Differenzierungsfähigkeit kann sich das Kind nur an Extremen orientieren. So ruft die mit dem negativen Fremdbild einhergehende Einstellung einen psychodynamischen Prozeß hervor, der keines weiteren Anstoßes mehr bedarf und sozusagen zum "Selbstläufer" wird. Das Kind wendet sich schließlich mit einem solchen Abscheu vom entfremdeten Elternteil ab, daß es ohne Zutun von außen jeden Kontakt mit ihm zurückweist.
Es lehnt den außerhalb lebenden Elternteil aufgrund von Gehörtem, Übernommenem, nicht von Erfahrenem, ab. Das läßt sich bei Befragungen deutlich erkennen. In PAS-Familien wird sehr schnell auf den Willen des Kindes verwiesen. Nicht was es braucht ist wichtig, sondern was es will.
Ein drei- oder fünfjähriges Kind zum Beispiel soll in solchen Familien entscheiden, ob es den Vater oder die Mutter besuchen will oder nicht. Abgelehnt werden dabei ganz normale, oft sehr kompetente Eltern, die ihre Kinder lieben und von diesen geliebt werden bzw. wurden, also nicht etwa mißhandelnde oder gar mißbrauchende Eltern.
Das Syndrom wurde erstmals 1984 von Prof. Richard Gardner, einem amerikanischen Kinderpsychiater, beschrieben. Dieser schätzt, daß PAS in etwa 90% aller strittigen Sorgerechtsfälle auftritt (vgl. Chr. Brinck [19.99], S. 78). 1992 erschien sein entsprechendes Lehrbuch unter dem Titel "The Parental Alienation Syndrome". Es war für alle Professionen gedacht, die mit Scheidungskindern zu tun haben. 1998 erschien eine erweiterte Auflage mit ergänzenden Empfehlungen. Im amerikanischen und kanadischen Recht ist PAS inzwischen ein justitiabler Tatbestand.
Natürlich war das Phänomen der Aufwiegelung oder Beeinflussung eines Kindes auch hierzulande seit langem bekannt. Gardners Verdienst ist jedoch die systematische Beschreibung seiner wesentlichen Ursachen, Begleiterscheinungen und seiner schwerwiegenden Folgen. Außerdem gab er wichtige Hinweise, wie damit umzugehen sei.
In der Tschechischen Republik fand die PAS-Problematik seit 1996 Eingang in die wissenschaftliche Fachliteratur und in die Praxis von Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren (vgl. Bakalar, E. [1998]). In Deutschland erwähnte 1995 erstmals W. Klenner das PAS-Syndrom in einem viel beachteten Artikel über "Rituale der Umgangsvereitelung" in der "Zeitschrift für das gesamte Familienrecht" (FamRZ, Heft 24 vom 15. Dezember 1995). Eine ausführliche Beschäftigung mit PAS erfolgte in deutschen Fachzeitschriften seit 1998 durch U. Kodjoe/P. Koeppel: "The Parental Alienation Syndrome (PAS)"; in: "Der Amtsvormund" 1/98; U. Kodjoe/P. Koeppel: "Früherkennung von PAS - Möglichkeiten psychologischer und rechtlicher Interventionen"; in: "KindPrax", Heft 5/98; U. Kodjoe: "Ein Fall von PAS" in: "KindPrax" 6/98; W. Fischer: "The Parental Alienation Syndrome (PAS) und die Interessenvertretung des Kindes - ein kooperatives Interventionsmodell für Jugendhilfe und Gericht" Okt./Nov./98 im Nachrichtendienst des Deutschen Vereins, Frankfurt; W. Leitner/G. Schoeler: "Maßnahmen und Empfehlungen für das Umgangsverfahren im Blickfeld einer Differentialdiagnose bei Parental Alienation Syndrom (PAS) unterschiedlicher Ausprägung, in Anlehnung an Gardner (1992/1997)", in: "Der Amtsvormund" Nov./Dez./98. Eine Übersetzung von P. Ward/J. C. Harvey aus dem Amerikanischen mit Vorwort von W. Klenner erschien unter dem Titel "Familienkriege - die Entfremdung von Kindern" im "Zentralblatt für Jugendrecht" (ZFJ 6/98).
In meinem Vortrag beziehe ich mich im wesentlichen auf die genannten Arbeiten.
III. Grundlegende Vorbemerkungen
1. Trennung und Scheidung bedeuten für alle Beteiligten - für den, der geht, den, der verlassen wird und besonders für die gemeinsamen Kinder - eine tiefe Krise. In einer Untersuchung des Bundesministeriums für Familie und Senioren war für 84% der Kinder im Grundschulalter der Gedanke an eine Scheidung der Eltern das Schlimmste vor dem Tod (vgl. U. J. Jopt 1998).
Das seit 1. Juli 1998 geltende Kindschaftsreformgesetz nimmt wesentliche Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und der neueren Scheidungs- und Bindungsforschung auf, die im Grunde selbstverständlich, jedoch noch viel zu wenig im gesellschaftlichen Bewußtsein verankert sind. Nämlich:
Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang (d. h. die Möglichkeit Beziehung zu leben) mit beiden Eltern und mit Personen, mit denen das Kind Bindungen besitzt (vgl. § 1626 Abs. 3) und:
Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil. Beide Eltern sind zum Umgang berechtigt und verpflichtet (vgl. § 1684 Abs.1).
Die neuen Schweizer Scheidungsgesetze verpflichten beide Eltern, die Beziehung zum Kind nach Trennung und Scheidung aufrecht zu erhalten. Das französische Scheidungsgesetz verfolgt die Nichtherausgabe eines Kindes mit Mitteln des Strafrechts (Art. 357, Code pénal)
Daraus wird deutlich, welchen wichtigen Stellenwert der Erhalt bzw. ggf. die Wiederherstellung der Beziehung und die Respektierung der gewachsenen Bindung eines Kindes zu beiden Eltern und Verwandten für eine gesunde Entwicklung bedeutet. Der Beziehungs- und Bindungserhalt gilt heute als ein wesentliches Kriterium des "Kindswohls". Es gibt mehrere OLG-Entscheidungen (z. B. OLG München 1991, OLG Frankfurt/M. 1992, OLG Celle 1993, OLG Frankfurt/M. 1998), die die Bindungstoleranz, d.h. die Respektierung der gewachsenen Beziehungen und Bindungen des Kindes an beide Eltern und die Bereitschaft, den Umgang zum anderen Elternteils aufrecht zu erhalten, zum wesentlichen Kriterium der Sorgerechtzuteilung machen. Man kann sagen: Das Kind ist bei dem Elternteil, der die Beziehung zum jeweils anderen respektiert und fördert, am besten aufgehoben.
In der Praxis bedeutet das natürlich eine enorme Herausforderung für Trennungspaare. In einer Situation, in der die verschiedensten Gefühle (Wut, Angst, Ärger, Kränkung, Rachegefühle) mobilisiert sind, soll ihnen die Trennung von Paar- und Elternebene gelingen. Aber genau das ist zu leisten, wenn man das Wohl des oder der gemeinsamen Kinder und nicht eigennützige Motive - so verständlich diese auch sein mögen - im Auge haben will. Mein Ex-Mann, meine Ex-Frau möge mir als Partner noch so zuwider sein, als Vater oder Mutter für das Kind - aus der Sicht des Kindes - sind sie in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit einmalig und unersetzbar. Das Kind braucht beide und will in der Tiefe seines Herzens beide auch nach der Trennung als Paar lieben und die gewachsene Bindung zu ihnen aufrecht erhalten dürfen.
Normalerweise ist jede Mutter und jeder Vater mit den natürlichen Fähigkeiten ausgestattet manchmal vielleicht mehr oder weniger entwicklungsbedürftig -, um seinem Kind Mutter oder Vater sein zu können. Das kann durch keinen anderen (z. B. Zweitpartner) ersetzt werden. Durch Trennung/Scheidung verändert Familie zwar ihre Gestalt - man zieht z. B. räumlich auseinander -, von der gewachsenen Beziehungsebene her - und dies besonders in bezug auf das Kind - bleibt sie dennoch - wenn auch verändert - erhalten(vgl. Krähenbühl., V./Jellouschek, H. et. al. [1991] und Keyserlingk, L. v. [1994]). An diese Sichtweise müssen sich viele Trennungspaare erst einmal gewöhnen.
2. Warum sind beide Eltern für das Kind so wichtig?
Hierzu empfehle ich die Lektüre des exzellenten Buches von Françoise Dolto: "Scheidung wie ein Kind sie erlebt".
Vater und Mutter, mit ihren je unterschiedlichen Geschlechterrollen, Genen, Persönlichkeitsanteilen, mit ihren Begabungen und Schwächen, repräsentieren sich von der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an im gemeinsamen Kind. Das Kind trägt die Anteile beider sozusagen in sich. Das Selbst (Wesen) des Kindes bekommt seine Struktur und Substanz - ich möchte sagen seine "Essenz" - von beiden Eltern. (Zu diesen Fragen sind die Ergebnisse der jüngeren Adoptionsforschung auch sehr interessant.) Es trägt beide Eltern sozusagen in sich. Früher galt die Zweierbeziehung (Dyade) zwischen Mutter und Kind als vorrangig, heute weiß man aus der pränatalen und Säuglingsforschung, daß das Kind von der Zeugung an ein Pol in der Dreiecksbeziehung (Triade) ist. Die Väterforschung hat die Bedeutung des Vaters für die Entwicklung des Kindes nachgewiesen (vgl. W. E. Fthenakis [1988,1992]).
Schon während der Schwangerschaft, also intrauterin, nimmt das Kind (z. B. über Regungen der Mutter oder über die Stimme des Vaters) seinen Vater wahr und erlebt sich im Zusammenspiel zwischen Vater und Mutter. Im ersten Lebensjahr hat die Mutter-Kind-Symbiose eine besondere Intensität und Funktion. Das Kind ist zu Beginn seines Lebens in besonderer Weise auf eine liebevolle, nährende, Sicherheit gebende, bestätigende Beziehung zu seiner Mutter angewiesen. Ein Verlust wäre sehr bedrohlich. Die Mutter vermag diese Funktion um so besser auszufüllen, je sicherer und eingespielter sie sich im Kontakt mit dem Vater erlebt. Ab dem zweiten und besonders ab dem dritten und vierten Lebensjahr beginnt sich - so ist sozusagen der natürliche Verlauf - das Kind von der Mutter weg zu entwickeln, sich zu lösen und dazu braucht es den Vater. Für Individuation, Ablösung und Autonomie braucht es wesentlich den Vater (vgl. Elhardt, S. [1998], vgl. Muck, M./Trescher, H. G. [1994], vgl. Mahler, M./Pine, F./Bergmann, A. [19891).
Wo dieser - aus welchen Gründen auch immer - fehlt, bleibt das Kind sehr häufig innerlich und äußerlich an der Mutter buchstäblich "hängen", - mit den entsprechenden Folgen für seine Persönlichkeitsentwicklung. Ungelöste Symbiose-Komplexe spielen bei vielen psychischen Krankheitsbildern im Erwachsenenalter eine erhebliche Rolle, wie ich später noch zeigen werde. Mädchen und Jungen brauchen die interessierte und liebevolle Zuwendung und das Vorbild von Mutter und Vater, um über positive Identifikationsprozesse eine männliche bzw. weibliche Identität, ein gesundes Selbstkonzept / Selbstwertgefühl und ein stabiles Beziehungs- und Bindungsverhalten entwickeln zu können (vgl. Marone, N. [1992]).
Beim Verlust eines Elternteils wird das Selbst, die Struktur und der Kein eines Kindes tiefgreifend erschüttert. Das Kind fühlt sich wie zerbrochen. Es erlebt den Verlust eines Elternteils als gegen sich gerichtet: “Ich bin schuld" oder “Ich bin es nicht wert”, daß Mama/Papa bleibt. Wird - wie beim PA-Syndrom - der Beziehungsverlust aktiv durch die Programmierung durch einen Elternteil verursacht, besetzt das Kind einen Teil von sich negativ, eine Seite seines Wesens wird psychisch buchstäblich amputiert, mit entsprechend schweren Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und besonders hinsichtlich der Langzeitperspektive (vgl. Napp-Peters, A., 1995).
Der Verlust der Beziehung ist verbunden mit einem unglaublichen Schmerz des Kindes, der sich ganz unterschiedlich äußern kann (z. B. Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen, Ängste u. a.). Häufig werden diese Signale vom Umfeld nicht registriert oder richtig erfaßt und eine angemessene Hilfestellung unterbleibt. Um die Situation irgendwie aushalten zu können, wird der Schmerz vom Kind verdrängt oder abgespalten. Man merkt dann nach außen scheinbar nichts mehr. Später tauchen diese Kinder häufig mit körperlichen oder psychischen Symptomen und Verhaltensproblemen oder als Erwachsene mit gravierenden psychischen und/oder psychosomatischen Problemen in psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen und Kliniken auf.
Als besonders gefährdet müssen Kinder gelten, die nach außen ein scheinbar völlig unauffälliges Verhalten zeigen. Sie passen sich an, sind verstummt und "weinen nach innen", ohne ihre Not noch äußern zu können, so daß sie auch nicht mehr gehört werden. Hierzu lohnt sich die Lektüre des Buches von H. Figdor, Wiener Kinderpsychoanalytiker, "Kinder aus geschiedenen Ehen: Zwischen Trauma und Hoffnung", Mainz, 1992.
IV. Was passiert nun speziell beim PA-Syndrom?
Beim PAS bewirken im wesentlichen drei Faktoren die aggressive Zurückweisung eines Elternteils und die Übernahme der ablehnenden Gefühle des betreuenden Elternteils durch das Kind (vgl. U. Kodjoe/P. Koeppel: "The Parental Alienation Syndrome" DA 1/98):
Die teils bewußte, teils unbewußte Manipulation und Programmierung des Kindes durch den Elternteil, mit dem es ständig zusammenlebt mit dem Ziel, die Liebe des Kindes zum anderen Elternteil zu zerstören und diesen aus dem Leben des Kindes auszugrenzen.
Das Kind gerät in einen schweren Loyalitätskonflikt und schlägt sich aus Abhängigkeit auf die Seite des Elternteils, mit dem es zusammenlebt und auf den es angewiesen ist. ("Wes' Brot ich eß, des' Lied ich sing.") Der andere wird gefühlsmäßig abgespalten.
Vor dem Hintergrund von Negativdarstellungen und Abwertungen des außerhalb lebenden durch den betreuenden Elternteil übernimmt das Kind dessen Darstellungen und seine negativen Gefühle, macht sie zu seinen eigenen und entwickelt daraus manchmal sogar noch eigene Geschichten und Szenarien, die noch über die Darstellung des manipulierenden Elternteils hinausschießen. Häufig werden Dinge ausgesagt, die nachweislich gar nicht stattgefunden haben.
Äußere Lebensbedingungen, finanzielle Möglichkeiten, Wegziehen in eine andere Stadt oder ins Ausland, systematische Entfremdung durch Umgangsvereitelung, Verstärkung bei der Programmierung durch Angehörige können schließlich die Eltern-Kind-Entfremdung unterstützen und das Feinbild-Syndrom beim Kind fixieren.
Es kommt zu einer stabilen Koalition zwischen Kind und ständigem Elternteil, so daß dieser schließlich gar nicht mehr aktiv zu sein braucht. Teilweise nimmt die Ablehnung die Form von Ritualen an, wie es sehr gut in dem oben genannten Artikel von W. Klenner (1995) beschrieben wird:
Vielen von ihnen ist die Entwicklung mehr oder weniger intensiv und schmerzlich bekannt. Betroffen sind Frauen und Männer - überwiegend allerdings Männer/Väter - im Verhältnis von ca. 10% zu 90% (vgl. Kodjoe, U./Koeppel, P., DA 1/98, S. 13). Zunächst funktioniert nach einer Trennung der Umgang relativ gut. Plötzlich treten mehr oder weniger intensive Umgangsstörungen auf. Das Kind ist an den Umgangswochenenden öfters krank, kann oder will aus irgend einem Grund nicht, immer mehr Termine fallen aus und werden nicht nachgeholt. Die Argumente lauten: "Das Kind soll zur Ruhe' kommen", "Das Kind kann jederzeit gehen, aber es will nicht und man kann es nicht zwingen!' Teilweise wird schließlich auch vor dem ungerechtfertigten Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs nicht zurückgeschreckt, um den Umgang sicher zu beenden. Im Zusammenhang mit Sorge- und Umgangsrechtsstreitigkeiten bestätigt sich der Verdacht des sexuellen Mißbrauchs in mehr als 90% nicht (vgl. B. Schade; in: Tagungsdokumentation epd. Dok.-Nr. 40/95, S. 36). Die fatalen Schäden, die ein solcher" Vorwurf beim Kind - und natürlich auch beim fälschlich Beschuldigten zur Folge haben, werden meist nicht bedacht, manchmal aber auch einkalkuliert (vgl. die erschütternden Berichte von Thomas Alteck: "Mißbrauch des Mißbrauchs, ein Vater wehrt sich gegen den Verdacht der sexuellen Kindesmißhandlung"; Herder/Spektrum Bd. 4299, Freiburg, 1994 und Bernd Herbort: "Bis zur letzten Instanz", Bergisch Gladbach, 1996).
In jedem Fall schreitet die Entfremdung zwischen Kind und nichtbetreuendem Elternteil fort, die Beziehung ist gefährdet und bricht schließlich ab. U. J. Jopt vergleicht diese Situation für das Kind mit einem "Supergau" (vgl. U. J. Jopt Jugendschutz und Trennungsberatung", Vortrag am 12. November 1997 auf einer Fortbildungsveranstaltung des Landesjugendamtes Rheinland-Pfalz in Mainz). Statistische Untersuchungen weisen nach, daß etwa 50% der bundesdeutschen Väter bereits ein Jahr nach der Scheidung keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben (vgl. Napp-Peters, A., [1985]). Das kann - wie ich eingangs bereits erwähnt habe - verschiedene Gründe haben, die PAS-Problematik spielt jedoch eine große Rolle. In jedem Fall ist das für die betroffenen Kinder - und auch für den betroffenen Elternteil natürlich - eine seelische Katastrophe. Die Folgen der Traumatisierung reichen bis weit ins Erwachsenenalter hinein (vgl. Beal, E. W./Hochman, G. [19921 und Wallerstein, J./Blakeslee, S. [1989]).
V. Woran erkennt man PAS-geschädigte Kinder?
Professor Gardner beschreibt acht hauptsächliche Manifestationen bei PAS. Diese können in Stärke und Ausprägung variieren. Nicht jedes Kind zeigt alle angeführten Symptome. Es wird zwischen schwacher, mittelstarker und hochgradiger Form des PAS unterschieden, was für die Art der notwendigen rechtlichen und psychologischen Interventionen von Bedeutung ist. (vgl. im Folgenden die Artikel von U. Kodjoe/P. Koeppel [1998] und W. Leitner/G. Schoeler [1998])
1. Zurückweisungs- und Verunglimpfungskampagne
Frühere, schöne Erlebnisse mit dem abgelehnten Elternteil werden fast vollständig ausgeblendet. Der abgelehnte Elternteil wird ohne große Verlegenheit und Schuldgefühle abgewertet, als böse und gefährlich beschrieben, sozusagen zur "Unperson" gemacht. Die Kinder geraten bei ihren Schilderungen in eine große innere Anspannung und können bei näherem Befragen meist nichts konkretisieren. Sie sagen dann oft: "Es ist so, ich weiß es."
2. Absurde Rationalisierungen
Die Kinder produzieren für ihre feindselige Haltung irrationale und absurde Rechtfertigungen, die in keinem realen Zusammenhang mit tatsächlichen Erfahrungen stehen. Alltägliche Ereignisse werden zur Begründung herangezogen. "Er hat oft so laut gekaut" oder "Sie hat mich nicht warm genug angezogen", "Sie will immer, daß wir sagen, wozu wir Lust haben" u. ä.
3. Fehlen von normaler Ambivalenz
Beziehungen zwischen Menschen sind immer ambivalent. An einem Menschen gefällt mir dieses, jenes aber nicht. Bei PAS -Kindern ist ein Elternteil nur gut, der andere nur böse. Unrealistischerweise wird der eine nur weiß, der andere nur schwarz gezeichnet. Dieses Phänomen ist bei PAS besonders typisch und muß den Befragenden hellhörig machen.
4. Reflexartige Parteinahme für den programmierenden Elternteil
Bei Familienanhörungen wird reflexartig, ohne Zögern und ohne jeden Zweifel für den betreuenden Elternteil Partei ergriffen, oft noch bevor dieser überhaupt etwas gesagt hat. Auch hier können die Vorwürfe auf entsprechendes Nachfragen oft nicht konkretisiert werden.
5. Ausweitung der Feindseligkeit auf die gesamte Familie und das Umfeld des zurückgewiesenen Elternteils
Großeltern, Freunde und Verwandte des außerhalb lebenden Elternteils, zu denen das Kind bisher eine warme und herzliche Beziehung unterhielt, werden plötzlich ohne plausiblen Anlaß ebenso feindselig abgelehnt, wie der außerhalb lebende Elternteil selbst. Dies wird mit ähnlich absurden und verzerrten Begründungen rechtfertigt. Das Kind befindet sich dabei häufig in einer tiefen inneren Spannung und Zerrissenheit.
6. Das Phänomen der "eigenen Meinung" und des "eigenen Willens"
In PAS-Familien wird der "eigene Wille" und die "eigene Meinung" vom betreuenden Elternteil besonders hervorgehoben. PAS-Kinder wissen schon mit drei oder vier Jahren, daß alles was sie sagen, ihre eigene Meinung ist. Die programmierenden Eltern zeigen sich besonders stolz darauf, wie unabhängig und mutig ihre Kinder sich trauen zu sagen, was sie denken. Oft werden die Kinder aufgefordert, auf jeden Fall "die Wahrheit" zu sagen. Die erwartete Antwort kommt dann auch mit Sicherheit, denn kein Kind kann die Enttäuschung des betreuenden Elternteils riskieren, von dem es ja abhängig ist.
An diesem Punkt zeigt die Programmierung ihre fatalen Folgen: Die Kinder haben verlernt, ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen und sie zu benennen. Die doppelten, widersprüchlichen Botschaften (double-blind messages), die sie erhalten, können sie nicht erkennen und nicht auflösen: "Geh mit deinem Vater/Mutter (verbal), aber wehe du gehst." (nonverbal) - Das macht verrückt.
7. Abwesenheit von Schuldgefühlen über die Grausamkeit gegenüber dem entfremdeten Elternteil
Die betroffenen PAS-Kinder haben keine Schuldgefühle, sie unterstellen, der abgelehnte Elternteil sei gefühlskalt, leide nicht unter dem Kontaktverlust zu seinem Kind und es geschehe ihm nur recht, keinen Kontakt mehr zu haben. Gleichzeitig werden finanzielle Forderungen und Ansprüche ohne Skrupel angemeldet, die Kinder empfinden dies "als ihr gutes Recht". Dankbarkeit zeigen sie nicht.
8. Übernahme "geborgter Szenarien"
PAS-Kinder schildern teilweise groteske Szenarien und Vorwürfe, die sie von den betreuenden Erwachsenen gehört und übernommen, aber nicht mit dem anderen Elternteil selbst erlebt und erfahren haben. Meist genügt die Nachfrage "Was meinst du damit?", um festzustellen, daß das Kind gar nicht weiß, wovon es spricht. Einem Vater wurde anläßlich eines Schwimmbadbesuches z. B. vorgeworfen, er hätte das Kind fast ertrinken lassen - also ein völlig unverantwortlicher und ungeeigneter Vater zu sein.
VI. Welche Folgen hat die Programmierung/Manipulation für die Persönlichkeitsentwicklung des betroffenen Kindes
Nach Auffassung von Fachleuten muß die Erzeugung von PAS durch Programmierung/Manipulation als "psychische Kindsmißhandlung" (W. Fischer [19981, U. J. Jopt [1998]) bzw. als "emotionaler Kindsmißbrauch" (C. Heyne [1996]) angesehen werden. Rechtlich gesehen ist PAS nach Meinung von U. Kodjoe/P. Koeppel (KindPrax 5/98, S. 139) als psychische Kindswohlgefährdung durch mißbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge unter Ausnutzung des Abhängigkeitsverhältnisses des Kindes im Sinne des § 1666 BGB einzuordnen. Aus den Erfahrungen in meiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis kann ich das nur bestätigen.
PAS führt zu einer tiefen Selbstentfremdung. Das PAS-Kind verlernt, den eigenen Gefühlen und der eigenen Wahrnehmung zu trauen. Es ist auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen des Programmierenden und das Kind fremdbestimmenden Elternteils angewiesen. Es verliert das Gefühl für die Realität und für seine eigene Kontur. Die eigene Identität wird zutiefst verunsichert, verwaschen und brüchig. Negative Selbsteinschätzung, Selbstwertmangel und tiefe Unsicherheit sind die Folge. In der Begegnung mit einem solchen Menschen hat man oft das Gefühl eines "chamäleonhaften Verhaltens". Er sagt Ja", wenn er "nein" meint. Unter dem starken Anpassungs- und Loyalitätsdruck lernt das Kind, sich den Erwartungen anderer anzupassen; eine klare Individualität und Autonomie kann sich nicht entwickeln. Es kommt zu schweren, oft kaum noch auflösbaren Persönlichkeitsstörungen, zum Phänomen des falschen Selbst". (Dies finden wir z. B. bei Eßstörungen, Süchten u. a .) "Wer bin ich?", "Was denke ich?", "Was fühle ich wirklich?" Das bleibt für die Betroffenen oft lebenslang eine quälende Frage und Unsicherheit (vgl. Butollo, W. [1993]. Solche Persönlichkeiten sind später oft auch anfällig für radikale Ideologien, die die Welt in "schwarz" und "weiß" einteilen.
Im Beziehungsverhalten erlernt das PAS-Kind Muster in den Extremitäten von Unterwerfung und Herrschaft. (Nach oben buckeln, nach unten treten.) Da es seine Erfahrung ist, daß sowohl Liebe als auch Bindung zum Zweck der Kontrolle und Manipulation mißbraucht werden können, wird später Intimität und Nähe oft nur schwer zugelassen, aus Angst vor erneuter identitätsvernichtender Vereinnahmung. Schwierigkeiten bei der Gestaltung angemessener Nähe und Distanz in Beziehungen sind die Folgen.
Sie kennen alle die Probleme, die sich in Beziehungen aus einem entweder übermäßig klammernden, vereinnahmenden oder einem unangemessen distanzierten, unnahbaren Verhalten ergeben können. Im Ergebnis und je nach Ausprägungsgrad von PAS ist die Persönlichkeit des Kindes mindestens schwer geschädigt, schlimmstenfalls vernichtet. Ungelöste Symbiose-Komplexe wie sie bei PAS vorliegen, sind der Kern der sog. “Ich-Krankheiten", deren Spektrum von psychiatrischen Krankheiten, über das Borderline-Syndrom, Depressionen, Angsterkrankungen, sexuellen Störungen und Deviationen, bis hin zu Sucht- und psychosomatischen Erkrankungen reichen kann. In weniger gravierenden Fällen sind die offensichtlichen Folgen eher unauffällig, bedeuten dennoch eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen (vgl. Rohde-Dachser, Chr. [1989] und Kernberg, 0. F. [1983]).
Das Selbst und der Kern des betroffenen Kindes wird durch die fremdbestimmte, aktive Zurückweisung, Negierung und Negativbesetzung eines ursprünglich geliebten Elternteils noch tiefer geschädigt, als durch den eigentlichen Verlust an sich (wie z. B. beim Tod). Beides - massive Schuldgefühle und der Elternanteil an der eigenen Person - müssen massiv verdrängt bzw. abgespalten, d. h. bildlich gesprochen "amputiert" werden. Die Ablösung sowohl vom idealisierten, betreuenden Elternteil, als auch vom abgewerteten zweiten Elternteil in der Pubertät wird dadurch erschwert bis unmöglich gemacht. Auch hieraus können sich weitere langfristige Entwicklungsprobleme ergeben (vgl. Bauers, B. [1994]). Der psychische bzw. emotionale Mißbrauch ist deshalb oft so schwer zu identifizieren, weil er ja nicht mit einer Schädigungsabsicht, sondern im Gewande der Liebe daherkommt. Mit seinen fatalen und langfristigen Auswirkungen ist er aber - wie andere Formen des Mißbrauchs auch - keinesfalls zu tolerieren. Die Kinder müssen davor geschützt werden. Bei der Einschätzung des angeblichen Kindeswillens ist genau hinzuschauen, ob das Gesagte dem tatsächlichen Kindeswillen entspricht oder auf Manipulationen zurückgeht, und ob Handlungen, z. B. Umgangs- und Kontaktunterbindung, für das Kind tatsächlich erforderlich und förderlich oder in höchstem Maße schädlich sind.
Im allgemeinen sind Erhalt bzw. Wiederherstellung gewachsener Beziehungen zu Vater und Mutter ein zentraler Aspekt des “Kindswohls" und die sog. “Bindungstoleranz" ein wesentliches Kriterium für die Zuordnung des Sorgerechts (vgl. Urteile Nr. 544 des OLG Celle 19UF208/93 vom 25. Oktober 1993 und des OLG Frankfurt/M. 6 UF 18/98 vom 18. Mai 1998).
VII. Ursachen von PAS
(In Anlehnung an U. Kodjoe/P. Koeppel: “Das Parental Alienation Syndrome” in “Der Amtsvormund” 1/1998, S. 14 und 15)
1. Bei programmierenden Eltern:
Wie jede Lebenskrise, so rührt auch die Scheidung unbewältigte Gefühle (Angst, Wut, Trauer, Bedrohung) und Themen aus der eigenen Biografie des Betroffenen ( z.B. traumatische Kinheitserlebnisse) auf. Durch die Schmerzen der Trennungserlebnisse werden diese alten Gefühle mobilisiert und addieren sich zu den aktuellen Gefühlen. Das erklärt die Intensität und manchmal Irrationalität des emotionalen Erlebens und Verhaltens eines oder beider Partner. Alte Verletzungen,
IX. Abschlußbemerkungen
Wer in schwierigen Fällen, wie bei hochgradigem PAS oder wenn ein Elternteil trotz entsprechender Aufklärung absolut nicht zur Kooperation bereit oder in der Lage ist, kapituliert, handelt zum Schaden des Kindes, denn die Traumatisierung durch den erzwungenen Verlust einer Elternbeziehung ist tiefgreifend und reicht bis weit ins Erwachsenenalter hinein. In einem Kind durch Programmierung und Manipulation PAS zu erzeugen ist in Anbetracht der
daraus resultierenden schweren Persönlichkeitsschäden kein "Kavaliersdelikt".
Prof. Gardner schreibt dazu: "Nichtstun verdammt beide - sowohl den zum Opfer gemachten Elternteil als auch das Kind - zu gegenseitiger lebenslanger Entfremdung. Es gibt absolut keinen Grund zu glauben, daß solche Kinder, wenn sie erwachsen geworden sind, erkennen werden, was mit ihnen geschehen ist und sie sich dann mit dem entfremdeten Elternteil wieder versöhnen. Selbst wenn der Versuch unternommen wird, solch eine Versöhnung herbeizuführen, ist nicht wahrscheinlich, daß er sich als erfolgreich erweist. Zu diesem Zeitpunkt ist dann die Wahnvorstellung des Kindes, der zum Opfer gemachte Elternteil sei verabscheuungswürdig, so tief in seinen Gehirnwindungen verwurzelt, daß nichts dies zu ändern vermag. Obendrein wird in den vielen Jahren, in denen es absolut keinen Kontakt miteinander gegeben hat, das Fundament auf dem Beziehungen wachsen, ausgehöhlt sein, wenn es nicht schon völlig zerstört ist." (Aus einem Brief von Prof. Gardner an die Autoren W. Leitner und R. Schoeler, abgedruckt in ihrem Artikel: "Maßnahmen und Empfehlungen für das Umgangsverfahren im Blickfeld einer Differentialdiagnose bei Parental Alienation Syndrom (PAS) unterschiedlicher Ausprägung in Anlehnung an Gardner (1992/1997)", in: "Der Amtsvormund" Nov./Dez./1998, S. 862f.)
Aus meiner Praxis kenne ich Fälle, in denen sich z. B. in der Pubertät oder nach dem 18. Lebensjahr das Blatt - teilweise radikal - gewendet hat und das Kind sich dem bis dahin abgelehnten Elternteil wieder zuwandte. Die Pubertät bringt ja bisweilen dramatische Persönlichkeitsveränderungen mit sich, die wie Metamorphosen (Raupe --> Puppe -> Schmetterling) anmuten.
Das mag für PAS-Betroffene ein schwacher Trost sein. Ich kenne allerdings ebenfalls Beispiele, in denen bis ins fortgeschrittene Erwachsenenalter - in einigen Fällen auch zeitlebens - kein Kontakt mehr zustande kam - mit all dem Leid, das damit verbunden ist. Gardners Hinweise können also von allen Eltern und scheidungsbeteiligten Professionen nicht ernst genug genommen werden. Es geht um wesentliche Entwicklungs- und Lebensperspektiven von betroffenen Scheidungskindern, ihren Eltern und unserer Gesellschaft von morgen überhaupt.

Literaturverzeichnis:

1) Alteck, Th.: Der Mißbrauch des Mißbrauchs, Herder/Spektrum Bd. 429, Freiburg, 1994
2) Bakalar, E.: Das Parental Alienation Syndrome (PAS) in der Tschechischen Republik; in: Zentralblatt für Jugendrecht, in: ZU Jhg. 85, Nr. 6/98, S. 268
3) Bauers, B.: Kinder aus Scheidungsfamilien - Seelische Folgen von Trennung und Scheidung unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede, in: Eggert-Schmidt-Noerr, A./Hirmke-Wessels V./Krebs, H. (Hrsg.): Das Ende der Beziehung? Frauen, Männer, Kinder in der Trennungskrise, Mainz 1994
4) Beal, E. W./Hochman, G.: Wenn Scheidungskinder erwachsen sind, psychische Spätfolgen der Trennung; Frankfurt, 1992
5) Brinck, Chr.: Wenn Mama zur Feindin wird - Emotionaler Mißbrauch bei Scheidungskindern; in: "Die Zeit" vom 18. März 1999, S. 77 - 78
6) Butollo, W.: Die Suche nach dem verlorenen Sohn, von der Lebendigkeit des Totgeschwiegenen; München, 1993
7) Dolto, F.: Scheidung - wie ein Kind sie erlebt; Klett-Kotta-Verlag, 1997
8) Elhardt, S.: Tiefenpsychologie, 14. Aufl., Stuttgart, 1998
9) Eggert-Schmidt-Noerr, A./Hirmke-Wessels V./Krebs, H. (Hrsg.): Das Ende der Beziehung? Frauen, Männer, Kinder in der Trennungskrise, Mainz, 1994
10) Figdor, H.: Kinder aus geschiedenen Ehen: Zwischen Trauma und Hoffnung; Mainz, 1992
11) Fischer, W.: Kindschaftsrechtsreform: Bemerkungen zum Kindswohl aus sozialpolitischer Sicht; in: ZfJ, Jhg. 84, Nr. 78/97, S. 235 - 248
12) Fischer, W.: The Parental Alienation Syndrome (PAS) und die Interessenvertretung des Kindes - ein kooperatives Interventionsmodell für Jugendhilfe und Gericht; Nachrichtendienst des deutschen Vereins, Frankfurt, Oktober/November 1998
13) Fthenakis, W. E. et al: Gruppeninterventionsprogramm für Kinder mit getrenntleben den oder geschiedenen Eltern; Trennungs- und Scheidungskinder, hrsg. LBS-Initiative Junge Familie, Beltz Verlag, Weinheim, 1995
14) Fthenakis, W. E.: Väter, Bd. 1: Zur Psychologie der Vater-Kind-Beziehung Bd. 2: Zur Vater-Kind-Beziehung in verschiedenen Familienstrukturen; München 1988
15) Fthenakis, W. E.: Zur Rolle des Vaters in der Entwicklung des Kindes; in: Praxis für Psychotherapie und Psychosomatik 37 (1992) S. 179 - 189
16) Gardner, R. A.: The Parental Alienation Syndrome, by CreativeTherapeutics, Cresskill N. J., 1992
17) Gardner, R. A.: The Parental Alienation Syndrome, by Creative Therapeutics, Cresskill N. J., second Edition, 1998
18) Herbort, B.: Bis zur letzten Instanz, Bergisch-Gladbach, 1996
19) Heyne, C.: Die sanfte Gewalt: Narzißtischer Mißbrauch; in: Diess: Täterinnen – offene und versteckte Aggression von Frauen; München, 1996
20) Jopt, U. J.: Im Namen des Kindes; Plädoyer für die Abschaffung des alleinigen Sorge rechts, Hamburg, 1992
21) Jopt, U. J.: Nacheheliche Elternschaft und Kindswohl - Plädoyer für das gemeinsame Sorgerecht als anzustrebenden Regelfall; in: FamRZ 1987, Heft 9, S. 875 - 885
22) Jopt, U. J.: Staatliches Wächteramt und Kindswohl, ZU Jhg. 77, Nr. 4/90, S. 285 - 316
23) Jopt, U. J.: Staatlich legalisierte Kindsmißhandlung im Familienrecht; in: ZfJ, Jhg. 78, Nr. 2/91, S. 93 - 144
24) Jopt, U. J.: Wir müssen den seelischen Mißbrauch von Kindern verhindern; in: A. Schmidt: Mehr Vater fürs Kind - auch nach Trennung und Scheidung, Weinheim, 1998, S, 294 - 303
25) Jopt, U. J.: Jugendschutz und Trennungsberatung; Vortrag am 12. November 1997 auf einer Fortbildungsveranstaltung des Landesjugendamtes Rheinland-Pfalz in Mainz, Manuskript 2/98
26) Kernberg, 0. F.: Borderline-Störungen und pathologischer Narzismus; Frankfurt, 1983
27) Keyserlingk, L. v.: Stief und Halb und Adoptiv - neue Familie, neue Chance; Düsseldorf, 1994
28) Klenner, W.: Rituale der Umgangsvereitelung bei getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern; in: FamRZ, Jhg. 42, Heft 24, 15. Dezember 1995, S. 1529 - 1535
29) Kodjoe, U./Koeppel, P.: The Parental Alienation Syndrome (PAS), in: "Der Amtsvormund", Sonderdruck 1/98, S. 9 - 26
30) Kodjoe, U./Koeppel, P.: Früherkennung von PAS - Möglichkeiten psychologischer und rechtlicher Interventionen; in: Kind-Prax 5/98, S. 138 - 144
31) Kodjoe, U.: Ein Fall von PAS; in: Kind-Prax 6/98, S. 172 - 174
32) Krähenbühl, V./Jellouschek, H./Kohus-Jellouschek, M./Weber, R.: Stieffamilien: Struktur Entwicklung -Therapie; Freiburg, 1991
33) Leitner, W./Schoeler, R.: "Maßnahmen und Empfehlungen für das Umgangsverfahren im Blickfeld einer Differentialdiagnose bei Parental Alienation Syndrom (PAS) unterschiedlicher Ausprägung in Anlehnung an Gardner, 1992/1997", in: "Der Amtsvormund" Nov./Dez./1998
34) Mahler, M./Pine, F./Bergman, A.: Die psychische Geburt des Menschen, Frankfurt 1989
35) Marone, N.: Gute Väter, selbstbewußte Töchter: Die Bedeutung des Vaters für die Erziehung; Frankfurt, 1992
36) Muck, M./Trescher, H. G.: Grundlagen der psychoanalytischen Pädagogik; Mainz, 1994
37) Napp-Peters, A.: Ein-Elternteil-Familien, Weinheim/München, 1985
38) Napp-Peters, A.: Familien nach der Scheidung, München, 1995
39) Olivier, Chr.: Die Söhne des Orest, ein Plädoyer für Väter; Düsseldorf, 1994
40) Petri, H.: Verlassen und verlassen werden, Angst, Wut, Trauer und Neubeginn bei gescheiterten Beziehungen; Zürich, 1991
41) Rohde-Dachser, Chr.: Das Borderline-Syndrom; Bem, 1989
42) Schade, B.: Vgl. Angaben zur Statistik bei Verfahren von sexuellem Mißbrauchsvorwürfen in familiengerichtlichen Verfahren, Tagungsdokumentation epd. DokNr. 40/95, 25. September 1995, S. 36
43) Schmidt, A.: Mehr Vater für das Kind - auch nach Trennung oder Scheidung, Wege aus der vaterlosen Gesellschaft, Weinheim, 1998
44) Wallerstein, J./Blakeslee, S.: Gewinner und Verlierer, Frauen, Männer, Kinder nach der Scheidung - eine Langzeitstudie; München, 1989
45) Ward, P./Harvey, J. C.: (aus dem Amerikanischen übersetzt von C. T. Dum mit Vorbemerkungen von W. Klenner): Familienkriege, die Entfremdung von Kindern; in: Jhg. 85, Nr. 6/98, S. 237 - 245
Einige zum Thema interessante Gerichtsurteile:
1) BVG (lBvR602/92) vom 18. Februar 1993
2) OLG München vom 12. April 1991, in: FamRZ91, S. 1343f.
3) OLG Frankfurt am Main (6UF125/92) vom 29. Januar 1993
4) OLG Celle (19UF208/93) vom 25. Oktober 1993; in: FamRZ 1994, Heft 14, S. 924 - 926
5) OLG Frankfurt am Main (6UF18/98) vom 18. Mai 1998
6) OLG Nürnberg (10UF441/98) vom 15. Juni 1998
7) OLG Bamberg (7WF122/94); in: NJW 1995, Heft 25, S. 1684 - 1685
8) OLG Bamberg (7UF42/85); in: FamRZ 1985, Heft 11, S. 1175 - 1179
9) AG Rinteln (2XV178) vom 27. April 1998


Vortrag von Dr. Wilfrid von Boch-Galhau am 14.6.99 im "Treffpunkt Gesundheitsvorsorge", Wiesbaden.