Bericht  von der Demonstration zum Tag der Menschenrechte in Frankfurt

von Wilfried Weiss-Knobloch

Um 16. 00 Uhr trafen nach und nach immer mehr Väter aus Frankfurt und dem gesamten Bundesgebiet am Patenschaftsbaum des Väteraufbruch für Kinder auf der Zeil 27 (Höhe Oberlandesgericht) ein. Es waren über 50 aktive Väter, die sich an diesem Freitag früher von der Arbeitsstelle frei genommen haben um für Ihre Kinder zu kämpfen. Sie kamen aus Darmstadt, Saarbrücken, Wiesbaden, Mainz, Marburg, um nur einige der Städte zu nennen aus denen die Väter angefahren waren.

Da das HR3-Fernsehen sehr pünktlich anwesend war, sind wir auch bald aufgebrochen. Begleitet von zwei freundlichen Polizisten ging es über die Straße auf die Konstablerwache und dann weiter über den Weihnachtsmarkt und die komplette Haupteinkaufsstraße „Zeil“ runter bis zur Hauptwache.

Wir waren in unseren beschrifteten Müllsäcken und mit unseren großen Bannern „Väteraufbruch für Kinder“ und den brennenden Fackeln unübersehbar. Über Megafon informierten wir ständig die um diese Zeit von vielen Einkaufenden und Feierabendbummlern besuchte Zeil von dem Tag der Menschenrechte und den menschenrechtsverletzenden Missständen in der deutschen Familienpolitik, dem Familienrecht und in der Gesellschaft. „Allen Kindern beide Eltern“ war immer wieder zu hören; ebenso unser Sprechchor: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kinder klaut.“ Unterwegs wurden 1.300 Flugblätter mit unseren politischen Forderungen verteilt.

Zurück an unserem Patenschaftsbaum legten wir symbolisch unsere ca. 40 mitgebrachten leeren Weihnachtsgeschenke nieder als Zeichen der vielen unzustellbaren Geschenke, die in der kommenden Weihnachtszeit ihre Empfänger nicht erreichen werden. Wir beklagten laut mit wie viel Vaterliebe diese Geschenke ausgesucht und eingepackt wurden, jedoch nie die Augen unserer Kinder zum Stahlen bringen werden.

Noch einmal machten wir uns auf den Weg und liefen die ganze Strecke bis zur Hauptwache ab und informierten die Bürger über die Niederlegung unserer Geschenke. Wir waren insgesamt ca. zweieinhalb Stunden unterwegs. Es war klar und trocken, jedoch auch kalt. Gerade mal 3o Celsius zeigte das Thermometer.

Zum Aufwärmen begaben wir uns anschließend in das Nebenzimmer eines Restaurants direkt am OLG, indem tagsüber sich Anwälte und Richter treffen. Wir tauschten unsere Erlebnisse miteinander aus. Wichtig wurde uns allen, dass dieses die erste Aktion im Rhein-Main-Gebiet war an der alle Ortsvereine gleichermaßen teilnahmen und sie gemeinsam gestalteten. Dieses Zusammenwachsen wollen wir auch in Zukunft fördern.

Gemeinsam haben wir die Sendung der Hessenschau angesehen, die einen 2min40 Beitrag über uns gesendet hat. Uns allen war klar, dass war eine gute Aktion, die gibt es auch nächstes Jahr wieder. Ein großer Dank geht an alle, die mitgeholfen haben, diese Aktion auf die Beine zu stellen: Die umliegenden Kreisgruppen, alle aus ganz Deutschland anreisenden Teilnehmer und besonders die Frankfurter Mitglieder.